Sie ist der Rückhalt der U 12-Jungs im Tor

Vor dieser Fußballsaison ist Nike Fonfara vom TSV Buxtehude-Altkloster zum JFV Buxtehude gewechselt. Das Torwarttalent ist das einzige Mädchen im Team. Kürzlich hat es die Elfjährige auf die Kaderliste der Niedersachsenauswahl geschafft.

Seit dem vergangenen Sonntag hat Torhüterin Nike Fonfara den nächsten Schritt ihrer jungen Fußballkarriere geschafft. Beim Sichtungsturnier des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Wohnste hat die Elfjährige mit der Bezirksauswahl Rotenburg unter anderem gegen den Bezirk Lüneburg überzeugt. Damit hat sie sich einen Platz im Niedersachsenkader für das kommende Jahr gesichert. Bezirkstrainerin Jennifer Schlifelner überbrachte nach dem Turnier die guten Neuigkeiten. „Nike ist mit einem großen Haken dahinter weitergekommen“, berichtet Nikes Mutter Anette, die mit ihr gemeinsam in Wohnste war. „Jetzt ist der nächste Schritt gewuppt.“Diesen Schritt hat Nike Fonfara sich mit guten Leistungen verdient. Wie so viele Keeper hat auch Nike Fonfara, damals sechs Jahre alt, im Feld angefangen. Beim TSV Buxtehude-Altkloster hat sie das Fußballspielen gelernt. Die Position im Tor habe sie einfach irgendwann ausprobiert und gemerkt, dass es passt. Fußball habe sie sowieso schon immer interessiert. Die gebürtige Geesthachterin ist Fan von Werder Bremen und war mit sieben Jahren das erste Mal im Weserstadion. Sie würde daher gerne irgendwann mal für Bremen auflaufen. Ein hohes Ziel, denn die Bremer Damen spielen in der Bundesliga.

Nike Fonfara ist in diesem Sommer zum JFV Buxtehude gewechselt. Die Torhüterin steht bei den U 12-Jungs zwischen den Pfosten.
Nach fünf Jahren Veränderung gesucht
Im Sommer ist Nike Fonfara aber erst mal zum neugegründeten Jugendförderverein (JFV) Buxtehude gewechselt. Der JFV ist ein Zusammenschluss der Jugendmannschaften des TSV Eintracht Immenbeck und den VSV Hedendorf-Neukloster. Nach fünf Jahren beim TSV hatte Nike Fonfara eine Veränderung gesucht. Einen neuen Impuls. „Die Entwicklung beim TSV hat zuletzt stagniert“, sagt Stiefvater Jörn Höper. Ein Blick auf die Tabelle bestätige dies: Altkloster steht mit 44 Gegentreffern und einem Punkt auf dem letzten Platz der U 12-Kreisliga. Dort steht der JFV nach zehn Spielen auf Platz vier von sechs Mannschaften. „Wir sind positiv überrascht“, sagt JFV-Trainer Sascha Strube, der gemeinsam mit Christian Brugner die U12 des JFV trainiert. „Es ist schön, zu sehen, dass wir mithalten können“.

Das sei nicht bei allen Mannschaften des Vereins der Fall. Die Tabellenpositionen der weiteren JFV-Teams variieren. Während beispielsweise die U 9 Tabellenführer ist, steht die U 10 des JFV als Schlusslicht da. „Wir haben Glück mit unserer Mischung“, sagt Strube. Was er meint: Die eine Hälfte der Mannschaft war zuvor beim TSV aktiv, die andere Hälfte bei den VSV. Dazu Neuzugänge wie Nike Fonfara.
Trainer lobt ihre Ausstrahlung und Spieleröffnung
Strube bezeichnet die junge Torhüterin als eine Bereicherung für das Team, lobt ihre Ausstrahlung und ihre Spieleröffnung. Vor allem begeistert den JFV-Trainer, dass sie Dinge umsetzt, die ihr gesagt werden. „Und eigentlich kann sie alles gut“, sagt Strube. Nike Fonfara ist da etwa zurückhaltender. „Das Herauslaufen könnte ich noch verbessern“, erwidert sie. Die Elfährige ist selbstkritisch. Wenn sie, die Torhüterin in der Jugend-Fußballkreisliga, ein Gegentor bekommt, sagt sie zu Hause oft: „Den hätte ich halten können.“ Es ist auch ein Hauch von Ehrgeiz, der dann aus ihr spricht.

Beim JFV Buxtehude hat sie sich nach einem halben Jahr eingelebt. „Es gefällt mir hier“, sagt Nike Fonfara. Für sie und ihre Familie ist es am Wichtigsten, dass die junge Torhüterin Spaß hat. Deshalb spielt sie bei den U 12-Jungs des JFV mit, wie zuvor schon beim TSV. Mit 1,66 Metern fällt sie zwischen den Jungs gar nicht auf. Fußballerisch sowieso kaum. „Nike spielt lieber mit Jungs, das kennt sie gar nicht anders“, sagt Höper. Sie hat einmal bei einer Mädchenmannschaft mitgespielt, „das war nichts für sie“. Bei den Auswahlteams wiederum spielt sie nur mit Mädchen zusammen. „Aber das ist was anderes, da spielt sie mit den Besten zusammen“, erklärt Höper. Und jetzt spielt sie mit den Besten aus ganz Niedersachsen gemeinsam.

Quelle: Tageblatt – Mario Battmer, Foto: Mario Battmer