Aus der Traum

Am Reformationstag kam es in Himmelpforten zum Aufeinandertreffen zweier Aufstiegsfavoriten. Die U15 der JSG Osteland empfing das 1. U15 Team des JFV. Nur einer darf weiterhin vom Aufstieg in die Bezirksliga träumen und das ist nicht das Team des JFV. Mit beiden Händen wurde die Möglichkeit, einen weiteren Schritt in Richtung Bezirk zu machen, wie schon gegen DA unnötigerweise weggeworfen.

Eigentlich war alles für einen erfolgreichen Tag bereitet. Der Platz in Himmelpforten war zwar weich, hatte aber zum Erstaunen aller sogar Rasen. Man war rechtzeitig angereist, gut vorbereitet und vom Trainerteam gut eingestellt worden.

Von Beginn an zeigte sich allerdings, dass es kein einfacher Gang werden würde. Die JSG warf alles, was man hatte in die Waagschale und das war vor allem Tempo und Aggressivität. Der JFV war vorerst davon beeindruckt und machte zu viele Fehler im Spielaufbau. Nach 15 Minuten war ein erster Wechsel notwendig, um etwas mehr Ruhe ins Aufbauspiel zu bringen. Fortan kam der JFV besser ins Spiel. Eine Einzelaktion wurde von der JSG-Abwehr gelbwürdig am 16er gebremst. Den fälligen Freistoß netzte der JFV sehr sehenswert aus 16 Metern halblinks zur Führung ein.

Aus einer Ecke hätte das 2:0 folgenden können, die Chance wurde vertan und so blieb es beim 1:0 Halbzeitstand.

Die zweite Halbzeit begann dann so, wie es sich die Trainer des JFV vorstellt hatten. Man über nahm die Regie und von Osteland kam nicht mehr viel. Der Gegner war eigentlich mausetot und hätte man den einen oder anderen Angriff mit etwas mehr Dynamik in Richtung JSG-Tor gebracht, so wäre mit einem möglichen 2:0 das Spiel gelaufen gewesen.

Stattdessen ließ man den Gegner 18 Minuten vor dem Ende bei einer 3:1 Überzahl für den JFV gewähren. Schuss aus 18 Metern, abklatschen, zweimal nicht klären und den JSG-Stürmer einstochern lassen. Sechs Fehler in 15 Sekunden – Ausgleich zum 1:1.

Anstatt nun mutig im „Alles-oder-nichts-Modus“ wieder das Spiel aufzunehmen, verzettelte man sich in Zweikämpfe, in denen man immer wieder durch schubsen unnötige Freistöße in Tornähe verursachte. Was daraus folgte war das unglaubliche 2:1 für Osteland. Für den JFV ging nichts mehr. Einem eigentlich toten Gegner wurde der Sieg geschenkt.

Einsatz schlägt oftmals Talent. Nie stimmte das mehr als am gestrigen Tag. Es reicht halt nicht, zu glauben, dass man das bessere Team ist. Man muss es auch über 70 Minuten auf den Platz bringen. Am Ende hat die Mannschaft mit dem größeren Willen das Spiel gewonnen.

Einen möglichen Aufstieg kann der JFV damit abhaken und wird somit auch in der Rückserie in einer Staffel spielen, die auf Grund der Vielzahl an zweistelligen Ergebnissen, sportlich so attraktiv und reizvoll ist, wie der letzte Bundesligaauftritt von Tasmania Berlin.